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Körperpsychotherapie
Johanna Koch
Dipl.-Sozialpädagogin
Heilpraktikerin
 
Am Graben 8
55263 Wackernheim/Mainz
 
Telefon
 
06132-65 77 72
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Einführung in die Tiefenpsychologisch fundierte Körperpsychotherapie
(George Downing)
Die von George Downing entwickelte Methode ist ein umfassender psychotherapeutischer Ansatz.
 
Mit ihm lässt sich ein breites Spektrum von psychischen Störungen behandeln: Sowohl die Probleme von Neurotikern, als auch schwerere Störungen, wie die der Borderline-Patienten, Psychosen, narzisstischen Persönlichkeitsstörungen und psychosomatischer Krankheitsbilder.
 
Während vordergründig gesprächsorientierte Therapieverfahren das „Selbst” eher als den reflektierenden Teil des „Ich” sehen, gehen Körperpsychotherapeuten eher davon aus, dass das „Selbst” ein „Körper-Selbst” ist, welches sich in der Beziehung zu den frühen Bezugspersonen (meist Eltern, Geschwister) differenziert hat.
 
Downing arbeitet viel mit Säuglingen, Kleinkindern und ihren Eltern und hat sehr differenziert mit Video-Mikro-Analyse untersucht, wie Affekt-Motor-Schemata im Körper entstehen, bzw. in ihrer Entstehung gestört werden.
 
Dabei konnte er nachweisen, dass das Sicherheitserleben von Neugeborenen und Kleinkindern sich in gegenseitiger Beeinflussung zu den frühen Bezugspersonen entwickelt. Über Augenkontakt und das Äußern von Emotionen unter Einsatz des gesamten Körpers stimuliert das Kind in den Eltern ein Gefühl von Glück, welches den Wunsch nach Zuwendung und Versorgen intendiert. Das Kind antwortet auf die erlangte Zuwendung mit Steigerung seines Verhaltens.
 
Downing spricht davon, dass zwischen der Mutter und dem Kind „ein Tanz” an Augenkontakt und Körperkontakt aufgeführt wird, in dem beide einen bestimmten Rhythmus und eine Harmonie erlangen, die für ihre Beziehung spezifisch sein können.
 
Um sich sicher und geborgen fühlen zu können, benötigt das Kind, dass die Eltern den Fokus ihrer Aufmerksamkeit auf seine Bedürfnisse richten. Viele Eltern, die ihrerseits von Eltern erzogen wurden, welche sich entfremdet waren und unter Spannung litten, Trennung, Stress oder gar Traumen erlebt hatten, haben diese Sicherheit selbst nie erfahren und können sie damit auch nicht weitergeben.
 
Abgeleitet aus der Objektbeziehungstheorie beschreibt Downing, dass sich im ersten Lebensjahr affektive und motorische Körperäußerungen entwickeln, die er Affekt-Motor-Schemata nennt. Es entwickeln sich Verbindungsschemata, die der zwischenmenschlichen Verbindung dienen (das Kind streckt die Arme den Eltern entgegen), aber auch so genannte Differenzierungsschemata der Abgrenzung und des Schutzes (das Kind stemmt sich gegen einengendes Halten) sowie solche, die den Raum um uns und den Zeitablauf strukturieren, unseren inneren Rhythmus bilden. Werden wir bei der Herausbildung dieser Schemata durch unsere frühen Bezugspersonen nicht unterstützt, sei es, weil symbiotisches Bemuttern wie eine dicke Schicht über uns gestülpt wird oder sei es aus Vernachlässigung oder indem Erwachsene uns ihr Rhythmusgefühl aufzwingen, so werden wir zu sozial funktionierenden Menschen, aber entfremdet unserem Körper, unseren Gefühlen und unserem eigenen Rhythmus.
 
Körperpsychotherapie bezieht sich auf ein Repertoire an Techniken, welche sowohl aus verbalen, als auch aus körperorientierten Interventionen bestehen. Der Therapeut leitet den Klienten zur Erforschung seiner Affekt-Motor-Schemata an. Entsprechend dem Therapieprozess wird dem Patienten vorgeschlagen, im Sitzen, Stehen oder liegend zu arbeiten.
 
Trotzdem handelt es sich in erster Linie um eine verbale Methode. Der Dialog zwischen Therapeut und Patient zieht sich als roter Faden durch den therapeutischen Prozess. In diesen Dialog werden dort, wo es hilfreich erscheint, ausgewählte Körpertechniken einbezogen. Diese Körpertechniken, die verändernd auf Atmungsmuster und Muskelstruktur einwirken, haben zwei Auswirkungen:
  • Sie ermöglichen einen direkten Zugang zum Affekt einschließlich der unbewussten Gefühlskonflikte aus der Kindheit.
  • Durch die schrittweise Veränderung des unbewussten Körperschemas wird eine schnellere Veränderung anderer Aspekte der Persönlichkeit möglich. Angestrebt wird vor allem eine verbesserte Körperwahrnehmung und Differenzierung der Gefühle, verbunden mit einer zunehmenden kognitiven Klärung. Gefühlsarbeit findet dabei sowohl in ruhiger als auch in intensiver Weise statt.
Der wichtigste Unterschied zur Psychoanalyse liegt in der zusätzlichen Verwendung von Körpertechniken. Körpertechniken können die körperliche Berührung der Patientinnen einschliessen oder auch ohne jede körperliche Berührung vom Klienten durchgeführt werden.
 
Beides sind effektive Möglichkeiten, um zu beständigen Veränderungen des Atemmusters, der Muskelorganisation und der körperlichen Selbstwahrnehmung zu führen. Der persönliche therapeutische Stil entscheidet, ob Körperberührung eingeschlossen wird oder nicht. Ich setze Körperberührung zurückhaltend, immer nach vorheriger Absprache mit der Patientin ein.
 
Literatur:
George Downing: „Körper und Wort in der Psychotherapie”, Leitlinien für die Praxis, Kösel-Verlag, München 1996