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Mehr zu Gestalttherapie
und Integrative Therapie
Johanna Koch
Dipl.-Sozialpädagogin
Heilpraktikerin
 
Am Graben 8
55263 Wackernheim/Mainz
 
Telefon
 
06132-65 77 72
Beispiel aus der Gestalttherapie

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Was ist Gestalttherapie?
Die Begründer der Gestalttherapie sind das deutschjüdische Emigrantenehepaar Lore und Fritz Perls (beides Psychoanalytiker) und der Psychotherapeut und Philosoph Paul Goodman. Sie setzten sich mit der Psychoanalyse kritisch auseinander und entwickelten aus ihr heraus, unter Einbeziehung anderer therapeutischer und philosophischer Schulen, in den vierziger Jahren in New York die Gestalttherapie. Diese verbreitete sich rasch in den USA und seit den siebziger Jahren auch in Europa. Inzwischen hat sich die Gestalttherapie weltweit als wirkungsvolles Psychotherapieverfahren durchgesetzt.
 
Neu an dieser Psychotherapierichtung war ihre existenziell-experimentelle und ganzheitliche Betrachtungsweise des Menschen; ebenso die Konzentration der Wahrnehmung auf das, was Hier und Jetzt ist. Besondere Bedeutung spricht sie dem Kontakt zwischen Therapeut und Klient zu, der Grenze des Ichs und legte die Selbstverantwortung in die Hände des Klienten.
 
Gestalttherapie geht also von einem ganzheitlichen Ansatz aus, der Körper und Seele des Menschen in Wechselbeziehung zueinander sieht. Sie betont die gegenwärtige, im Hier und Jetzt stattfindende, Interaktion zwischen mindestens zwei Menschen. So werden nicht nur Sie als KlientIn, sondern auch ich als  Therapeutin mit der jeweiligen Befindlichkeit und Resonanzen in die Therapie miteinbezogen. Als Gestalttherapeutin verwende ich auch Techniken und Experimente, doch mein wichtigstes Handwerkszeug bleibe ich selbst in der Beziehung mit Ihnen.
 
Als übergreifendes Therapieziel wird die Entwicklung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit und persönliches Wachstum gesehen.
Sie werden in Ihrer Therapie von mir darin unterstützt, sich auf die bewusste Wahrnehmung Ihrer Gefühle zu konzentrieren und ihnen Ausdruck zu verleihen. Sie werden dazu ermutigt, im Hier und Jetzt zu leben, sich dem zu stellen, was wirklich ist. Das, was sein sollte, was gewesen ist oder was sein könnte, verliert zunehmend mehr an Bedeutung und Einfluss.
Im Vordergrund steht für Sie, sich mit ihren meist unbewusst übernommenen Gedanken- und Verhaltensmustern, Vermeidungen und Persönlichkeitsabspaltungen auseinander zu setzen. Die Vergangenheit spielt hierbei nur insofern eine Rolle, inwieweit sie ins aktuelle Erleben tritt und damit bearbeitbar wird.
Sie werden sich zunehmend mehr darüber bewusst, welches ihre tatsächlichen Bedürfnisse sind. In der vertrauensvollen Atmosphäre der Therapie können Sie erleben, wie Sie sich selbst behindern und lernen, Verantwortung für Ihr Denken, Fühlen und Handeln zu übernehmen. Sie werden erfahren, wie lebendig es sich anfühlt, im Einklang mit Ihren Gefühlen zu leben und sich die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen.
 
Was ist Integrative Therapie?
Die Integrative Therapie, wie sie am Fritz Perls Institut gelehrt wird,  verbindet Elemente der Aktiven Psychoanalyse, der Gestalttherapie und des Psychodramas mit kognitiven und leibtherapeutischen Ansätzen. Die Integrative Therapie nutzt neben dem Gespräch als zentralem Medium eine breite Palette menschlicher Ausdrucksformen: Körperausdruck, Bewegung und Tanz, Rollenspiel, Stimme und musikalische Ausdrucksformen, Gestaltung mit Farbe und Form, Arbeit mit kreativen Medien, Texte.
 
Im Laufe seines Lebens entwickelt und verändert jeder Mensch seine Identität auf der Grundlage seiner genetischen Mitgift und im Wechselspiel mit seinen spezifischen Lebenserfahrungen und den einhergehenden Prägungen.
In seelischen Krisen fühlen sich Menschen häufig in ihrer Identität verunsichert.
 
Die Integrative Therapie beschreibt fünf tragende "Säulen der Identität" (Hilarion Petzold). Danach stützt sich Ihre Identität auf die fünf Säulen: 1.: Leib, 2.:soziales Netzt, 3.: Arbeit und Leistung, 3.:  Materielle Sicherheit, 5.: Werte

Diese fünf Säulen bilden und tragen unsere Identität. Je mehr sie angeschlagen, brüchig oder instabil sind, um so mehr ist die Identität gefährdet und um so stärker können die Krisen werden. Im Prozess Ihrer Therapie ist es daher wichtig, zu klären, wie tragfähig und stabil Ihre Identitätssäulen sind und wie brüchige Säulen wiederhergestellt oder verstärkt werden können. Ebenso gilt es aber auch, die intakten Bereiche und Ressourcen Ihrer Identität wahrzunehmen und wertzuschätzen und zu überprüfen, wie Sie diese für Ihr Leben und für die Erweiterung Ihrer Möglichkeiten nutzen können.
 
Die Beschäftigung mit Ihren Säulen der Identität wird in Ihrer Therapie folgende Bereiche hinterfragen:
 
1.Ihr Leib:
Fühlen Sie sich wohl in Ihrem Körper oder fühlen Sie sich krank, behindert oder in Ihrem körperlichen Ausdruck eingeschränkt? ("Ich komme mir immer so hölzern vor, ich kann mich nicht spüren.")
Wie ernähren Sie sich? Wie ist Ihr Essverhalten?
Wie fühlen Sie sich in Ihrer geschlechtlichen Identität, wie leben Sie Ihre Sexualität?
 
2.Ihr soziales Netz:
Wie ist die Beziehung zu Ihrer Familie, zu Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, zu Ihren Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen?
Fühlen Sie sich in Ihrem sozialen Umfeld wertgeschätzt und unterstützt oder fühlen Sie sich isoliert, abgelehnt oder ausgenutzt?
Wie tragfähig ist Ihr soziales Netz? Wie können Sie Ihre soziale Lebensqualität verbessern?
 
3.Ihre Arbeit und Ihre Leistung:
Mögen Sie Ihre Arbeit, fühlen Sie sich von ihr erfüllt? Beziehen Sie Freude und Anerkennung aus Ihrer Arbeit?
Wie finden Sie das rechte Maß und den notwendigen Ausgleich zur Arbeit?
 
4.Ihre Materielle Sicherheit:
Wie sieht Ihre finanzielle Situation aus? Fühlen Sie sich für die Zukunft gesichert? Sind Sie ohne Arbeit? Wie wohnen Sie, was können Sie sich leisten, worauf müssen Sie verzichten?
 
5.Ihre Werte:
Was ist Ihnen wichtig im Leben?  Wofür setzen Sie sich ein? Welche Rolle spielt Spiritualität und Glaube in Ihrem Leben? Erleben Sie Ihr Leben im Moment eher als sinnlos?
 
Ein gelungener therapeutischer Prozess kann Sie dazu befähigen, sich in Ihrer persönlichen Entwicklung und mit Ihren geliebten und ungeliebten Seiten anzunehmen und zu verstehen. Das eigene Leben kann dann befriedigender und selbstbestimmter gestaltet werden.
 
Sie erfahren und erleben den therapeutischen Prozess in der Begegnung mit Ihrer Therapeutin.
 
Das bedeutet: Jeder therapeutische Prozess ist anders; wir können ihn nicht vorab schon kennen.
 
Literatur zur Einführung:
De Roeck, Bruno-Paul:  Gras unter meinen Füssen. Eine ungewöhnliche Einführung in die Gestalttherapie. Rohwolt-Sachbuch
Rosenblatt, Daniel:  Türen öffnen. Was geschieht in der Gestalttherapie. Edition Humanistische Psychotherapie
 
Fachliteratur:
Rahm, Dorothea:  Gestaltberatung, Junfermann Verlag
Rahm, Otte,u.a.:  Integrative Therapie. Einführung in die Integrative Therapie, Grundlagen und Praxis. Junfermann Verlag